Deepfakes

 

Fortschritt vs. Wahrheit

Medien als Meinungsmacher

Falschmeldungen, bewusste sowie unbewusste, sind ein altbekanntes Problem. Denn unabhängig vom Medienformat erwarten Zuschauer, Hörer oder Leser „wahre“ Informationen, durch welche die Realität möglichst objektiv abgebildet wird. Deshalb vertrauen die Meisten auf die Richtigkeit der medialen Berichterstattung. Durch die Einhaltung des Pressekodex soll eine neutrale Informationsbasis geschaffen werden, die zur Meinungsbildung und in rationalen Entscheidungsprozesse herangezogen werden kann.

Risikofaktor Fake News

Fake News in den Medien haben ein enormes Gefährdungspotential, weil Menschen sie in ihr Denken und Handeln einbeziehen könnten. Gute Beispiele hierfür bietet der Diskurs über Geflüchtete in Deutschland, in welchem fortlaufend Falschinformationen wie diese verbreitet werden. Ziel der Initiatoren ist es, im Zuge einer Positionierungsstrategie Hass zu schüren und  ein bestimmtes Wirklichkeitsbild zu etablieren. Fake News werden häufig in solch politischen Kontexten genutzt, wie zahlreiche Pressemitteilungen der AFD-Fraktion Sachsen sowie zahlreiche Pro-Trump Twitterposts während des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes zeigen. Und die Praktik ist scheinbar effektiv; Die AFD-Fraktion Sachsen gewann in der letzten Landtagswahl fast 18% der Wählerstimmen hinzu und Donald Trump ist heute Präsident der Vereinigten Staaten.

Beweise fälschen mit Deepfakes

Die Fake News-Problematik verschärft sich entsprechend der technischen Möglichkeiten zunehmend, vor allem durch sog. Deepfakes. Deepfakes sind eine sehr komplexe, auf Deep Learning basierende Unterart von Falschinformationen. Gewöhnliche Fake News, wie Gerüchte, dekontextualisierte Fakten oder Bildmontagen, haben im qualitativen Journalismus bei sorgfältiger Recherche kaum eine Chance auf glaubwürdige Verbreitung - schlichtweg, weil die Beweisgrundlage fehlt. Bei Deepfakes ist das anders. Hierbei handelt sich um täuschend echt wirkende audiovisuelle Inhalte (Videos), die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Deepfakes können dabei kaum von echten Videos unterschieden werden, wie dieses Satirebeispiel verdeutlicht.

Deepfakes als Gefahr für Unternehmen

Nicht nur für Politik, sondern auch für Unternehmen und Personen können Fake News und Deepfakes zur Gefahr werden. Beispielsweise, wenn Widersacher und Konkurrenten die Reputation des Zielobjektes im Zuge einer Dark PR Kampagne schädigen wollen. Auf dem Markt gibt es zwar Dienstleister und Techniken, die sich auf die Entlarvung von Deepfakes spezialisiert haben, dies gelingt jedoch nicht in allen Fällen. Und die Prognose ist düster: Deepfake-Techniken verbessern sich fortlaufend, Bild- und Tonqualität nehmen zu, Fehler nehmen ab und die Illusionen werden immer perfekter. Unternehmen tun gut daran, den Umgang mit möglichen Deepfake-Reputationsangriffen präventiv in ihr digitales Krisenmanagement aufzunehmen, um im Angriffsfall professionell reagieren zu können.

Keine Rettung in Sicht?

Unternehmen, Personen und Institutionen sollten die Macht von Deepfakes nicht unterschätzen, auch wenn der Diskurs gerade erst Fahrt aufnimmt. In einigen Ländern beraten die Regierungen derweilen über mögliche Gesetze, mit denen Technologien für die Kreation von Deepfakes verboten werden könnten. Doch die Meinungen gehen weit auseinander: Während die USA sogar von Deepfakes als einer Gefahr für die nationale Sicherheit sprechen, sehen andere Länder gar keinen Bedarf nach schärferer Regulierung.

Die kommenden Jahre werden zeigen, wer Recht gehabt hat. Bis dahin genießen wir potentiell kritische Informationen mit entsprechender Vorsicht. Better be safe than sorry!


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